Es war einer dieser Tage, an denen das Wetter besonders trübselig, die Autofahrer besonders aggressiv, die Menschen besonders unfreundlich, die Arbeit besonders hektisch war. Man ist auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Herzenswärme. Und dann das. Der Sohn sollte demnächst für den Physikunterricht Brillengläser mitbringen. Gebrauchte. Hat man ja reichlich. Aber schließlich ist man dankbar für experimentierfreudige Lehrer. Also fragen wir bei einem Optiker um die Ecke.
Nein. Alte Gläser würden nicht aufbewahrt. Aber er könnte ja mal an mich denken, sagte der nette Verkäufer, der mich gar nicht kannte. Am besagten Tag, es war eine Woche später, dachte ich kurz vor Geschäftsschluss an die Gläser, den Verkäufer.
Und – wie merkwürdig, dass es einen so erstaunt – aber er wusste auch noch, um was ich gebeten hatte. Verschwand für einen Moment und kam mit einer handvoll Brillengläser zurück.
„Was kann ich ihnen geben?“ fragte ich, noch ganz baff. „Nichts“, sagte der freundliche Mann und strahlte. „Ein Lächeln.“
Ehrlich gesagt – ich muss immer noch lächeln. Und wundere mich über den Namen des Brillengeschäfts:
HARTLIEB